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Tageskongress 2023

Stärken im Fokus – Menschen ressourcenorientiert begleiten

 

Wir tragen sie in uns. Doch manchmal sind wir uns nicht bewusst, wie wir an sie herankommen oder, dass wie sie gar besitzen. Die Rede ist von unseren Stärken und Potentialen. Doch was verstehen wir eigentlich unter Stärken? Und wie können wir diese in unsere Arbeit als Therapeut*Innen nachhaltig und optimal einbinden – für uns selbst und unserem Gegenüber?

Diesen Fragen sind wir an unserem Online-Tageskongress am 22. Januar 2023 nachgegangen. Mit vier Spezialisten tauchten wir in die Stille ein, gingen auf eine Bilderreise, haben praktiziert & diskutiert und sogar einen Papierflieger gebastelt – aber allem voran erinnerten wir uns gemeinsam an unsere Stärken und sammelten Inspiration für unsere tägliche Arbeit.

Nach dem Start um 9 Uhr mit der Begrüssung durch das Kó Team, machte Tamara Odermatt den Anfang und führte uns ins Thema Stärken und Selbstregulation ein. Mit Manuela als Modell – machte sie erlebbar, wie Stärken in der Shiatsu Praxis aufgespürt und von Klient*innen selbst reguliert werden können. Im Anschluss leitete Tibet Yilmaz uns durch eine Sinnesreinigung und Visulisierung, die uns sowie auch unseren Klient*innen helfen kann, himmlische Potentiale zu empfangen. Nach dem Mittag folgte unser Kinder Spezial mit Ruth Noël-Hermann, die uns auf spielerische Art und Weise die Verknüpfung zwischen Spielen, Stärken und Heilen aufzeigte (Welche Rolle der Papierflieger dabei spielt, liest du weiter unten 🙂 ). Den Abschluss bildeten dann spannende Inputs von Michaela Knorr zur Trancearbeit und wie diese beim Stärken genutzt werden kann. Ihre Trancereise am Ende rundete den Kongress ab und liess uns den Tag gestärkt und inspiriert ausklingen.

Mehr zu den Inhalten der einzelnen Referate findest du weiter unten.

 

Impressionen

Referate

Stärke berühren mit Tamara Odermatt

Wenn Klient*innen in die Praxis treten, begleitet sie oftmals ein Leiden oder Anliegen. Sei dies Stress, Erschöpfung, körperliche Beschwerden oder einfach der Wunsch nach Entspannung. Für Tamara Odermatt ist es unglaublich wichtig, diese Anliegen anzuerkennen und Raum zu geben. «Jedes Leiden ist eine Bewältigungsstrategie, dass ein Ungleichgewicht hervorruft, dem Platz gegeben werden muss», sagte Tamara im Gespräch. Gleichermassen ist sie aber auch davon überzeugt, wie essenziell es ist, sich dabei nicht nur auf das Negative zu fokussieren, sondern die vorhandene innere Stärke anzuerkennen und nutzen zu lernen. Genau hier können Therapeut*innen ansetzten und fragen: «Was brauchst du, um an diese Kraft zu kommen?». Wenn diese Ressourcen freigelegt werden, kann der Mensch beginnen, sich selbst zu regulieren und der Heilungsprozess setzt ein.

Anwendungsbeispiel

Wie dies direkt bei der therapeutischen Arbeit angewendet werden kann, zeigte uns Tamara in einem Anwendungsbeispiel mit Manuela. «Wir gehen nun auf die Suche nach dem Schatz – der Selbstregulation». So zeigte dies uns, wie Tamara aber auch Manuela Impulse wahrnahmen und durch gezielte Berührung die Selbstregulation anregten. Dabei sei es wichtig, sich Zeit zu nehmen, hinzuhören und erst zur nächsten Körperstelle zu gehen, wenn die behandelte Stelle wirklich abgeschlossen ist, so Tamara. Gleichermassen ist es ebenfalls eine Gratwanderung wie viel Therapeut*innen während der Therapie sprechen sollen oder nicht. Ein Aspekt, der auch bei der Fragerunde später noch aufkam. Eine klare Richtlinie gäbe es nicht, da jeder Klient, jede Klientin unterschiedlich reagiert, meinte Tamara. Dennoch ermutigte sie vor allem junge TherapeutInnen ihre Stimme zu nutzen, um auch ihre eigene Wahrnehmung mit dem Gegenüber zu überprüfen, ohne jedoch irgendwelche Wahrheiten in den Raum stellen zu wollen.

Himmlische Potentiale empfangen mit Tibel Yilmaz

Zu Beginn machte Tibet seine Absicht für seinen Vortrag klar. «Es soll kein Kopf füllen sein, sondern ein Wahrnehmen, Reinspüren und Empfangen». Mit seiner Sinnesreinigung sowie Visualisierung führte Tibet uns durch die Sinne den gesamten Körper mit Bezug zu einigen Leitbahnen und Gefässe. Vom Stammhirn bis hin zu den Füssen. Ziel dabei war es, einerseits die Sinne von Ballast zu befreien, um den Zugang für die himmlischen Potentiale zu legen, andererseits die Wahrnehmung und Achtsamkeit zu kultivieren, um der inneren Stimme zu lauschen und einen Fokus zu setzen.

Tibet sieht diese Art von Visualisierung als Instrument, um Klient*innen an das Körperwissen heranzuführen um zu erkennen, was der Körper und Geist rückmelden – besonders in den Fällen, wenn Klient*innen Mühe haben, sich nach innen zu verbinden. An dieser körperlichen oder geistigen Rückmeldung kann dann in der Therapie gemeinsam angesetzt werden.

Kinder Spezial

Spielen – Stärken – Heilen mit Ruth Noël-Hermann

«Wann hast du das letzte Mal gespielt?» Mit dieser Frage eröffnete Ruth Noël-Hermann ihr Referat. Für Ruth ist das Spielen ein essenzielles Stärkungs- und Heilungsmittel. Denn es hilft Kindern aus gefestigten Strukturen rauszukommen, kreativ zu sein und die eigene Persönlichkeit neu zu entdecken und zu stärken. Wie dies aussieht, zeigt uns Ruth, in dem sie uns anleitete einen Papierflieger zu basteln. In den darauffolgenden 10 Minuten wurde gefaltet, die Fliegfähigkeit ausprobiert und vor allem aber viel gelacht sowie den Fokus auf eine einzige Sache gelenkt.

Durch dieses aktive Spielen setzt automatisch ein Stärkungsprozess ein, der das Kind zu seiner inneren Kraft bringt. Es erlebt sich als wirksam und wichtiger und richtiger Teil im Ganzen. Dieses Stärken und Heilen wird in der Therapie ebenfalls durch z.B Gesellschaftsspiele spielen erzeugt, wobei das Kind nicht selten die Regeln selbst aufsetzt, um zu gewinnen. Durch dieses Gestalten der Regeln, lernt das Kind unbewusst, dass es sein Schicksal selbst in die Hand nehmen kann und wird gestärkt, Entscheidungen zu treffen.

Abgeleitet vom Spielen und Stärken setzt dann der Heilungsprozess ein, wo das Kind sich selbst begegnen kann und gleichermassen auch von aussen gesehen wird. «Beim Spielen geht es um die Basis der Existenz, wobei das Individuum ausdrückt: Ich bin, ich lebe, ich bin ich.» meinte Ruth abschliessend.

Kraftvoll inneren Bildern begegnen mit Michaela Knorr

Für Michaela gibt es zwei Arten von Ressourcen: materielle und immaterielle. Wobei sich das Erste auf der körperlichen Ebene befindet, ist das Zweite im Unterbewusstsein auf der mentalen Ebene vorhanden. In ihrer Trancearbeit sind vor allem die immateriellen Ressourcen essenziell, um da anzusetzen, wo Shiatsu zum Bespiel oft an seine Grenzen kommt. Um jedoch diese immateriellen Ressourcen anzusprechen, braucht es Selbstachtsamkeit, Selbstakzeptanz und Selbstmitgefühl – sich selbst wahrzunehmen, seine Stärken und Schwächen zu akzeptieren sowie wohlwollend mit sich umzugehen.

Ein wichtiger Aspekt in der Trancearbeit ist das bildhafte Denken, dass die Sinneswahrnehmung erweitert. Für Michaela ist es auch «Die Sprache des Unbewussten sprechen». Um uns dies direkt zu zeigen und spüren zu lassen, lud uns Michaela zu einer Trancereise zu unserem inneren Therapieraum ein. Was nimmt man wahr, welche Farben und Symbole sieht man und welche Expertise ist vorhanden. Mit diesem bildhaften Denken können Therapeuten das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten stärken und sich wieder daran erinnern, was in ihnen selbst schlummert.

Mit dieser Reise nach Innen fand unser Tageskongress dann auch seinen Abschluss. Ein Tag, der uns an unsere vorhandenen Stärken heranführte und unsere Potentiale wieder in Erinnerung rief.

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